{"id":20,"date":"2014-08-19T11:35:58","date_gmt":"2014-08-19T09:35:58","guid":{"rendered":"http:\/\/wpress.km-galerie.de\/?page_id=20"},"modified":"2023-07-25T21:17:40","modified_gmt":"2023-07-25T19:17:40","slug":"ausstellung-in-stadtroda","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/wpress.km-galerie.de\/?page_id=20","title":{"rendered":"Ausstellung in Stadtroda"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph_style\" style=\"color: #584d4d;\">Im \u00c4rztehaus in Stadtroda gibt es auch weiterhin viertelj\u00e4hrlich wechselnde Pr\u00e4sentationen &#8222;bildender Kunst! Nachdem Dr. Lieselotte Haubenreiser, die vor 10 Jahren die &#8222;Galerie im \u00c4rztehaus&#8220; ins Leben rief, aus gesundheitlichen R\u00fccksichten aus dem Gestalter-Team ausschied, votierte Dr. Hans Amlacher, der neue \u00e4rztliche Direktor des Landesfachkrankenhauses f\u00fcr Psychiatrie und Neurologie, f\u00fcr den Erhalt der Galerie, so dass sich mehrere Angeh\u00f6rige dieser Einrichtung zur Mitarbeit \u2022bereit erkl\u00e4rten.<span class=\"style_1\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p class=\"paragraph_style\" style=\"color: #584d4d;\">Die gegenw\u00e4rtige 42. Ausstellung zeigt kleinformatige Arbeiten auf Papier des Th\u00fcringer K\u00fcnstlers Karl Meusel (1912 &#8211; 1986): mit Bleistift, Graphit, Kohle, Tinte und Tusche ausgef\u00fchrte Zeichnungen sowie malerisch aufgefasste Bl\u00e4tter \u00fcberwiegend in Aquarell- und Temperafarben und in Tusche.<span class=\"style_1\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p class=\"paragraph_style\" style=\"color: #584d4d;\">Aus dem Nachlass wurden die Bl\u00e4tter f\u00fcr die Ausstellung &#8211; auf Gem\u00e4lde muss verzichtet werden &#8211; so ausgew\u00e4hlt, dass zumindestens ein Einblick in das Oeuvre erm\u00f6glicht und Tendenzen seiner Entwicklung erkennbar v\/erden. Das \u00e4lteste Exponat von 1932 zeigt den jungen Karl Meusel &#8222;Selbst als Student der Kunsthochschule in Weimar&#8220;. Und eine &#8222;Kosmische Landschaft&#8220; von 1985, eine Anordnung aus&nbsp; ; Graphitstrichen, geh\u00f6rt zu den letzten Bl\u00e4ttern des schon erkrankten K\u00fcnstlers.<span class=\"style_1\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p class=\"paragraph_style\" style=\"color: #584d4d;\">Meusel hat sich in seinem Leben fast ausschlie\u00dflich mit der menschlichen Figur, dem Antlitz des Menschen und der Landschaft befasst. In der Ausstellung sind die &#8222;Dunkle Landschaft&#8220;, besonders Flusslandschaften, in denen nur der Horizont hell aufleuchtet und das Licht im Wasser sparsam reflektiert wird, und der differenziert gegliederte &#8222;Geneigte Baum&#8220; zu sehen; ernste, gesammelte und nachdenkliche Menschenk\u00f6pfe; ein Blatt hat den Titel &#8222;Weiblicher Kopf fragend&#8220;. Der Betrachter merkt, da\u00df der K\u00fcnstler keine konkreten Landschaften mimetisch darstellte und keine Portr\u00e4ts schuf, sondern eigenem, romantischem Lebensgef\u00fchl Ausdruck verlieh.<span class=\"style_1\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p class=\"paragraph_style\" style=\"color: #584d4d;\">Karl Meusel war sicher ein sensibler Mensch, zur Meditation neigend, in Moll gestimmt, doch das Leben packte ihn \u2013 wie viele seiner Generation &#8211; hart an: Im 3. Reich lehnte er ab, Mitglied der NSDAP zu werden, musste Kriegsdienst leisten, erlitt Verwundung und Gefangenschaft. Wie auch das um 1955 geschaffene Blatt &#8222;Im Krieg in Russland&#8220; zeigt, wirkten die Ereignisse des Krieges noch lange nach. Lach dem V\u00f6lkermorden setzte sich Meusel voller Hoffnung aktiv f\u00fcr die -Erneuerung der Kunst in Th\u00fcringen ein, wurde aber schon bald w\u00e4hrend des 1951 beginnenden, vom ZK der SED gef\u00fchrten &#8222;Kampfes gegen den Formalismus in Kunst und Literatur, f\u00fcr eine fortschrittliche deutsche Kultur&#8220; wieder aus dem K\u00fcnstlerverband ausgeschlossen und damit aus dem offiziellen Kunstbetrieb ausgegrenzt.<span class=\"style_1\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p class=\"paragraph_style\" style=\"color: #584d4d;\">Dennoch setzte der K\u00fcnstler seine Arbeit beharrlich fort: Er war bestrebt, zunehmend auf \u00fcberfl\u00fcssige Details zu verzichten, st\u00e4rker als etwa in dem Wandbildentwurf &#8222;Mutter und Kind&#8220; von 1950 oder den &#8222;B\u00e4umen am Zaun&#8220; (1952) zu abstrahieren, die k\u00fcnstlerischen Mittel immer sparsamer zu verwenden und sich b\u00fcndig und treffend, auf Wesentliches konzentriert zu \u00e4u\u00dfern. So entstanden z. B. mit einem dicken Pinsel aus Tupfen und Bahnen w\u00e4ssriger grauer Tusche ungemein treffsicher die Landschaft mit &#8222;D\u00fcne&#8220; im Vordergrund, Meer und Wolkenstreifen (1965) oder aus wenigen Bleistiftstrichen der &#8222;Halbakt&#8220; (um 1977).<span class=\"style_1\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p class=\"paragraph_style\" style=\"color: #584d4d;\">Aus dem umfangreichen Nachlass ist zu sehen, dass Meusel wieder und wieder, geradezu besessen verschiedene gestalterische M\u00f6glichkeiten einzelner Formen, die er &#8222;Duktus&#8220; nannte, seriell erprobte: Striche, Zickzack-Linien, Bahnen, wolkig-ballige Formen usw. Beispiele daf\u00fcr in der Ausstellung sind &#8222;B\u00fcsche&#8220; und &#8222;Steilk\u00fcste&#8220; (beide um 1968), &#8222;Kopf in Strichen&#8220; (ab 1975) und &#8222;Zickzack-Kopf&#8220; (um 1980). Ein H\u00f6hepunkt im Schaffen des K\u00fcnstlers in gedanklicher wie \u00e4sthetischer Einsicht sind sicher seine &#8222;Kosmischen Landschaften&#8220; (1982), in denen verschieden farbige Bahnen aus Aquarellfarben ihre Wege ziehen, sich ber\u00fchren, durchdrungen und kreuzen; Sinnzeichen f\u00fcr Erde und Himmel, f\u00fcr die Gew\u00e4sser und Energien des Kosmos. Mit solchen Arbeiten fand der Th\u00fcringer Karl Meusel aus einer romantischen Grundstimmung heraus, isoliert vom Kunstbetrieb den Anschlu\u00df an moderne Kunstentwicklungen&#8220;.<span class=\"style_1\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p class=\"paragraph_style\" style=\"color: #584d4d;\">Achim Heidemann<\/p>\n<p class=\"paragraph_style\" style=\"color: #584d4d;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im \u00c4rztehaus in Stadtroda gibt es auch weiterhin viertelj\u00e4hrlich wechselnde Pr\u00e4sentationen &#8222;bildender Kunst! 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